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Von U-Booten, Raupen und virtueller Musik

Früher habe ich des öfteren sog. „Sessions“ gemacht. Unter einer Session verstand bzw. verstehe ich eine Art bewusstes Tagträumen, ein „Visualisieren“, ein (mehr oder minder) gesteuerter Traum vor dem inneren Auge. Das habe ich wohl aus zwei Gründen sehr gerne gemacht: Zum einen, weil ich eine sehr gute Raumvorstellung habe, und mir Bilder und Töne sehr gut vorstellen kann (quasi eine Art organischer Echtzeit-Renderer), und zum anderen, weil ich mit der realen Welt nie wirklich zufrieden war (und das auch jetzt natürlich noch nicht bin). Wenn ich so eine Session gemacht habe, habe ich nicht einfach an irgendwas x-beliebiges gedacht, nein. Es gab einen detailliert geplanten Kontinent (bzw. wohl eher eine größere Insel), von dem ich auch etliche Karten gezeichnet habe. Diese Insel beinhaltet die verschiedensten Bereiche – manche von Büchern inspiriert, manche von Freunden, manche selbst erfunden, manche noch „unerforscht“ und nicht genau definiert. Manche schon sehr alt, andere relativ neu. Da gibt es düstere schwarze Burgen, Ententeiche, Prärien mit einem Lagerfeuerplatz, einen Regenwald, diverse andere Wälder, Seen, Flüsse, Gebirge etc. Der klassische Lieblingsplatz war immer der „dLake“. Ein kleiner See (Teich?) im Waldrand der rund 10m durchmisst. Oft bin ich bei den Tannen neben dem dLake gestanden und habe bin mit der Handfläche über ihre rauhe Rinde getrichen. Es war immer wieder faszinierend, wie gut man sich dieses Gefühl vorstellen kann. Viel Zeit habe ich auch damit verbracht, diverse Transportmaschinen zu kreieren. Es gibt eine ganze Serie von U-Booten mit Versionsnummern und detaillierten Zeichnungen. Wenn ich mich recht entsinne ist das aktuelle U-Boot die U3c, ein 500m langes, sehr „hydrodynamisches“ und schlankes Gefährt mit 4 großen Triebwerken. (Siehe http://www.eigelb.at/?sID=61&iS=1 !) Bei dem Ding bin ich sogar so weit gegangen, Innenräume zu gestalten. Da gab es einen Raum wo definiert war, welche Bilder an welchen Wänden hängen. Das erste U-Boot war nicht viel größer als ein typisches Weltkriegs-U-Boot der Deutschen und hatte eine fast schon grobschlächtige Oberfläche die irgendwie geschmiedet wirkte. Da wurde man noch nass wenn der Wellengang entsprechend war und man an Deck stand. Bei der U3c müssten die Wellen schon verflucht hoch gehen, damit man einen Spritzer abbekommt. Natürlich gab/gibt es auch diverse Luftschiffe, Flugzeuge und Raumschiffe. Der Klassiker ist sehr stark an ein Luftschiff angelehnt das ich in meinem ersten „Anime“ gesehen habe. Es ist etliche Kilometer groß und besteht im Prinzip aus drei langen schlanken Kegel die sternförmig verbunden sind, und zwar an der Basis. Die Spitzen sind alle etwas nach unten gekrümmt. Das ganze erinnert also an eine Kralle und heißt auch so. Das Ding ist so groß dass es einige U-Boote der Klasse U3c aufnehmen kann. Wenn es die absetzt, senkt es sich ab dass die Spitzen der Kralle nur wenige Meter über dem Meer schweben. Dann wird das U-Boot einfach ausgeklinkt und fällt ins Meer, was einen Heidenlärm macht. Der Antrieb der Kralle ist geräuschlos, so eine Art Anti-Schwerkraft-Sache. Also kein Rückstoßprinzip, eher wie ein Magnet der sich von der Materie abstößt. In der Mitte ist eine Art Hangar (mit einer Öffnung wie bei der Blende eines Fotoapparates). Dort sind die verschiedensten kleinen Flitzer stationiert, mit denen man Spritztouren unternehmen kann. Da sind schwarze, scharfkantige und bis an die Zähne bewaffnete Jäger dabei, und aber auch weiße grazile Schiffe, die aussehen, als ob sie aus Keramik modelliert wären. Am besten erinnere ich mich noch an den Trip in den Himmel von Paris. Wir gingen relativ weit runter, da man uns in der Nacht eh nicht sieht. (die dWelt spielt irgendwie in der Vergangenheit, da hat der Rest der Menschheit noch nicht so entwickelte Aufklärungstechnologie wie heutzutage) Ich weiß noch genau wie ich auf der Gangway des westlichen Krallenarms stand und den frischen und doch etwas warmen Wind auf meinem Gesicht spürte, der voller Gerüche war. Und unten thronte der Eiffelturm und die Seine schlängelte sich dahin. Auch der Ausflug über den Südpol war interessant (da ist ja auch eine große unterirdische Basis). Da waren wir ja einige Tausend Kilometer von der Erdoberfläche entfernt, auf gut Deutsch also im All. Ich erinnere mich noch daran, wie das Gefühl, auf die Erde herabzublicken, mindestens so faszinierend war, wie wenn man solche „echten“ Bilder in einer entsprechenden Doku sieht. Mit ging sogar ein "echter" kalter Schauer den Rücken runter. ] [ Nun gut. Damit lass ichs für heute einmal gut sein. Frag mich nicht warum ich jetzt diese doch schon viele Jahre alten Dinge niedergeschrieben habe und sie erst recht noch auf meiner Webseite veröffentlicht habe. Vielleicht findet sich ja jemand der es interessant, lustig oder einfach auch nur doof findet. :) Ahja, nochetwas: Heute bin ich einem Käfer auf dem Tisch (im Garten, nicht im Wohnzimmer!) etwas zu nahe gekommen – da stürzt sich die Kreatur einfach so in die Tiefe und wuselt so schnell davon, wie seine Beinchen hergeben. Der schien ziemlich hysterisch und mit den Nerven am Ende zu sein. :) Das erinnert mich wiederum an die Geschichte mit der Raupe, die ich unlängst auf einem Meter ihrer Reise durch den Garten begleitet habe. Marschierte schnurstracks am Eingang eines Ameisenbaus vorbei. Besagte Ameisen waren ob der Ruhestörung mächtig angefressen und hackten auf der Raupe herum. Die war darüber ihrerseits nicht sonderlich amüsiert und bockte und zickte. Irgendwann war sie dann so schlau sich ins Gras zu verdünnisieren. Gelegentlich wurde sie noch von der einen oder anderen Ameise in den Hintern gepiekst, längerfristig wurde sie aber dann doch in Ruhe gelassen. Ah, eines wollt ich doch noch sagen: Abgesehen von den visuellen, optischen Dingen kann ich mir auch gut Musik vorstellen. Das ist auch etwas was ich heute noch gerne tue, z. B. vor dem Einschlafen. Z. T. „rezitiere“ ich imaginär bestehende und bekannte Musik, zum Teil erfinde aber Neue – Komponieren in Echtzeit quasi. Manchmal wildes Klaviergeklimpere, oft auch mehrstimmig und mit Akkorden und allem was dazugehört. Oft denke ich mir, dass diese virtuelle Musik recht erfolgreich sein könnte wenn ich es nur schaffen würde, sie irgendwie in die Realität zu transformieren. Aber das ist natürlich eine schwierige Sache… Mac Tuffy
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