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Von Hausspinnen und Träumen

Der Hausspinne geht es gut, sie wächst und wächst. Manchmal verkriecht sie sich in einen Spalt und ward oft tagelang nicht gesehen, und an manchen Tagen braucht sie einige Zeit bis sie sich blicken lässt und mit der Arbeit beginnt. Als besondere Heldentat möchte ich hervorheben, dass sie mich unlängst von einer nervigen Wespe befreit hat. Gar lange Zeit hat diese mich beim Essen auf der Terasse geärgert, bis sie auf einmal verschwunden war. Wie eine Routinekontrolle am Netz der Hausspinne nach vollendetem Mahl ergab, wurde die an meiner Mahlzeit interessierte Kreatur nun selbst zur Mahlzeit – die Hausspinne ließ es sich schmecken. Tsuki hatte gestern einen Alptraum über die Hausspinne, sie hat geträumt dass sie ein neues großes Netz gebaut hat das die ganze Terassentür überdeckt, und ich hätte mich geweigert es wegzumachen. Meine eigenen Alpträume in den letzten Tagen waren ausgesprochen langweilig, keine Spur von mordenden Alien und faszienierender Waltuntergangsstimmung: Einmal hatte ich eine Anstellung in einer Liechtensteiner Firma erhalten und hatte furchtbare Panik weil ich bereits bei der selbständigen Arbeit kaum nachkam, und ein andermal war irgendwas mit einer Katze die mich furchtbar böse anschaute. Der Blick dieser Katze und die Panik, mit der Arbeit nicht nachzukommen waren lustigerweise irgendwie schlimmer als die klassischen Armageddon-Geschichten, wo ich mich mehr oder minder gelangweilt durchs Kriegsgetümmel schlage.

„No drains when it rains“

Durch einen Zufall bin ich auf die Webseite http://www.caveclan.org/ gestoßen. Ich hab den Fronttext durchgelesen und mir Bilder auf http://www.orchy.com/underworld/ und http://www.infiltration.org/ angesehen und war total fasziniert und beeindruckt. Ich bin nach wie vor sauer dass diese Typen so weit weg sind (Australien und so), sond würd ich mich sofort bei einer Expedition einklinken. Mich faszinieren Orte, die das komplette Gegenteil der Sehenswürdigkeit XY sind, die umströmt von zehntausenden Touristen mit blöden Hüten im Zentrum irgendeiner albernen Stadt steht. Vereinfacht gesagt sind mir Orte um so sympathischer, je weniger Leute es dort gibt. Z. B. faszinieren mich Wüsten, das Gebirge, das Meer, Höhlen und so weiter. Vom Weltraum ganz zu schweigen...! Aja: Das „No drains when it rains“ kommt von der Seite http://www.caveclan.org/safety.html . Das Bild des Thumbnails stammt von http://triggur.org/silo/silo2.html .

Gut und Schlecht

Ach ja: Vor einigen Tagen habe ich wieder mal den großen Philosophen raushängen lassen. Bitte nicht all zu ernst nehmen! Was ist gut, was ist schlecht? Ist es schlecht, einen Menschen aus Spaß zu töten? Natürlich sagt uns unser Gewissen, dass das schlecht ist und wir werden uns selbst im Zustand größter Langeweile nicht dazu durchringen, so etwas zu tun. Stimmt nicht ganz, ein kleiner Anteil der Menschheit macht nämlich solche Dinge. Ein schon weit größerer Anteil hat schon mal was aus einem Laden mitgehen lassen oder hat wo geparkt wo man wusste dass es eigentlich nicht richtig ist. Und der eine oder andere wird auch schon mal bei der Steuer beschissen haben. Aber nicht alle. Das Gewissen und die moralischen Grundsätze variieren also von Mensch zu Mensch, und je „extremer“ eine Handlung ist, desto weniger Menschen bleiben übrig die es mit ihrem Gewissen vereinbaren können solch eine Handlung durchzuführen. Es scheint also subjektiv zu sein, was richtig und was falsch ist. Vom Gesetz will ich gar nicht reden, da es sich dabei nur um ein von Menschen erarbeitetes Konstrukt handelt, das als solches auch nur deren Ansichten widerspiegeln kann – wobei ich damit nicht die Sinnhaftigkeit von Gesetzen anzweifeln will. (Von bestimmten Gesetzen schon, aber nicht den Apparat der Gesetze an sich) Um beurteilen zu können, ob etwas gut oder schlecht ist – einmal vorausgesetzt dass es gut und schlecht überhaupt *gibt* – genügt es somit nicht, eine Hand voll Menschen danach zu befragen was sie dann dazu meinen. Wir müssen also denjenigen Fragen, der die Menschen erschaffen hat, um herauszufinden, was ein Mensch tun oder lassen sollte. Und wer ist das? Nein, der ist es nicht. Es ist die Evolution. Leider ist die Evolution kein netter Onkel den man Fragen kann wozu er die Menschheit geschaffen hat, sondern ein Prozess, der zwar in seinem Grundprinzip einfach und einleuchtend ist, in seinen Auswirkungen und Spielarten aber beeindruckend komplex ist. Die Evolution bringt Leben in den unterschiedlichsten Arten hervor – wobei ich eigentlich nicht zwischen Menschen und Tieren unterscheiden will. Ich denke dass es da keinen grundsätzlichen Unterschied gibt. Meiner Ansicht nach verhalten sich Tier zu Mensch in etwa so wie ENIAC zu einem modernen PC oder Tic-Tac-Toe zu Heroes of Might and Magic III. Will sagen, das Prinzip ist das selbe, nur die Ausführung unterscheidet sich. Seele, Gefühle und so weiter haben deshalb Tiere grundsätzlich auch, vielleicht in (extrem) abgewächter Form, vom Prinzip her aber nichts anderes als der Muskelkraft-Unterschied zwischen Elefant und Mücke. Da gibt’s so ein Ding das sich in der Regel auf irgendeine Art fortbewegen kann, es frisst Dinge und scheidet sie wieder aus und vermehrt sich. Manche Arten sind komplex genug, um so etwas wie „Spaß“ haben zu können, allen voran der Mensch. Welchen Sinn auch immer es haben mag, dass die Evolution beständig an den existierenden Arten feilt und sie immer weiter anpasst, aussterben lässt bzw. ab und an auch mal neu erschafft: Das Handeln der Individuen aller Arten hat sich durch die Evolution ergeben und steht somit wohl über der Kritik durch uns Menschen. Will sagen, dass wir als Produkt der Evolution nicht das Recht haben, über (andere) Produkte der Evolution zu urteilen. Wir können also dem Elefanten nicht vorwerfen aus Unachtsamkeit Ameisen zu zertrampeln, genau so wenig wie der Katze das Töten von Mäusen aus „Spaß“. Und es soll ja auch Arten geben die ihresgleichen essen. Von der Evolution so gewollt. Ja und jetzt gibt es auch Menschen die Tiere essen, die andere Menschen essen und die andere Menschen töten. Mir fällt es schwer, da einen rationalen Unterschied zu erkennen. Von daher scheint es rational betrachtet kein Gut und Böse zu geben. Das Universum ist ein großer Haufen Materie der nach bestimmten Gesetzen mit anderer Materie interagiert, woraus sich auch der Prozess der Evolution gegeben hat. (Wie auch immer der Schritt vom Schlammklumpen zum ersten Organismus auch ausgesehen haben mag) Wie kann also irgendeines der „Ergebnisse“, die aus diesem Prozess resultieren, von uns, die wir auch nur (Zwischen-)Ergebnisse sind, kritisiert oder für gut oder schlecht befunden werden? Mögen wir es auch nicht *können*, *tun* tun wir es trotzdem. Wir kommen nun mal mit moralischen Eckpfeilern auf die Welt (oder erlernen sie – wie und von wem oder was auch immer) und fangen schön lustig an über andere zu urteilen. Da gibt es besagte Gesetze, an denen sowieso jeder etwas auszusetzen hat, und jeder Mensch sieht die Dinge anders als der nächste und dadurch ist Zoff und Ärger vorprogrammiert. Kann aber eigentlich wieder nicht schlecht sein, hat sich ja so ergeben. Eigentlich rede ich wie Leute mit ihrem „...Gott hat es so gewollt...“, im Prinzip stimme ich ihnen auch zu, nur dass ich das Wort mit den 4 Buchstaben ersetzen würde. Wir haben also eine rationale nicht-vorhandene Moral die uns alles erlaubt und kein Gut und Schlecht unterscheidet, und wir haben die subjektive Moral, die zwar in ihren Grundzügen bei uns allen gleich ist, sich aber doch oft widerspricht. Haben wir nun nicht die Pflicht, in dem Moment, wo wir das einsehen (immer vorausgesetzt mein Gelaber hat Hand und Fuß), uns nach der rationalen Moral zu verhalten? Tun wir ja auch, weil in der darf man ja alles, inkl. eigene Moral aufbauen etc. Aber wir dürften dann auch andere Dinge tun. Leute bestehlen und töten und so Dinge. Ist es also objektiv gesehen „OK“, so was zu tun? Weiß ich nicht, und ist ja auch egal. Ich habe meine moralischen Werte und kann sie nicht bewusst ändern. Vielleicht vermag ich es ein kleinwenig wenn ich Metzger werde und täglich 20 Tiere schlachte, vielleicht vermag ich es durch einen langen Aufenthalt in einer armen Gegend dieser Welt. Auf jeden Fall habe ich diese Werte. Und wenn ich mich nicht daran halte werde ich unglücklich. Das lässt sich auch nicht ändern. Man fühlt sich hald schlecht wenn man dem Kind den Lutscher wegnimmt. Oder wenn einem mal eine „Watschn“ ausrutscht. Und deshalb werde ich wohl wegen dieser paar Kilobyte Text, so bahnbrechend die darin enthaltenen Erkenntnisse auch sein mögen ;), mein Verhalten nicht ändern. Und wohl auch sonst niemand. Wir werden weiterhin verschieden sein, daraus wird weiterhin Ärger, Krieg, Mord resultieren. Es gibt Kräfte die versuchen das zu schlichten, andere heizen es hingegen an, anderen ist das wurscht, und andere beschwören unbewusst schon den nächsten Ärger. Die Menschheit wird sich immer prügeln und es bleibt einem nichts als eine mehr als zweifelhafte Freude und Dankbarkeit, wenn man in einer Region lebt in der mal für ein paar Jahre alles halbwegs rund läuft. Dem ständigen Gezanke zwischen den subjektiven „Guts“ und „Böses“ kann ich nicht viel abgewinnen und es erfüllt mich eher mit der erfreulichen Mischung aus Langeweile und Traurigkeit. Erschwerend kommt noch dazu dass meine eigenen moralischen Prinzipien wesentlich strenger als im Durchschnitt zu sein scheinen, woraus resultiert dass ich mich beständig über dies und das aufrege und umgekehrt kaum jemand bestimmte „tollen“ Eigenschaften von mir wertschätzt.
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