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Ende des Ganges
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Stufe nach dem Abstieg
Als ich wieder rematerialisiere, ist das Monster weg. Auf dem Boden liegt ein Zettel: „Dauert mir zu lange, muss noch auf einen Termin. Vielleicht ein ander Mal!“ Die Schrift ist etwas krakelig und recht groß, trotzdem frage ich mich wie das Monster mit seinen Klauen so schreiben konnte. Ich denke mir dass es vielleicht mit seinem Mund im Mund geschrieben hat. (Spätestens jetzt sollte dem aufmerksamen Leser klar sein, dass ich mir unter dem Monster das H. R. Gigers „Alien“ vorstelle. Enttäuscht? Ist nun mal das coolste Monster das ich kenne.) Aber wie dem auch sei. Ich frage mich was ich eigentlich hier unten will. Doch wieder rauf in den verregneten kalten Wald (wo mich vielleicht irgendwer gerufen hat) will ich nicht. Und wenn ich keine Wurzeln schlagen will, muss ich mich für einen der Gänge entscheiden. Doch die Entscheidung trifft sich irgendwie von selbst, es scheint mir ganz offensichtlich zu sein dass ich dem Luftstrom folgen sollte. Logisch ist das nicht. Wenn die Luft aus der Außenwelt kommt und auch wieder nach dorthin verschwindet (wo sollte sie sonst herkommen und hingehen?) müssen beide Gänge früher oder später an eine Öffnung zu besagter Außenwelt führen. Von daher wäre es Wurst welchem Gang ich folge, da eben beide vermutlich zu einer Öffnung führen. Das dauert aber offensichtlich eine ganze Weile, denn nun gehe ich schon eine gute halbe Stunde diesen Gang entlang, ohne dass sich irgendein Ende abzeichnet oder irgendetwas interessantes zu sehen oder hören wäre. Das einzige ist dass ich mir einbilde dass der Gang ein wenig abwärts geht. Aber das kann täuschen. Nach einigen weiteren Metern sehe ich an seinem Schatten dass da wo etwas kleines von der feuchten Felsdecke herunterhängt. Ich halte die Öllampe nahe hin damit ich es besser sehen kann. Es ist ein kleiner grüner Wurm der sich im Licht windet und gerade im Begriff ist, in sein Loch zurückzukriechen. Doch bevor er ganz verschwunden ist, fällt mir auf dass der winzige Kopf des Tieres mit einem Gesichtchen versehen ist, das erschreckend menschlich wirkt. Ein fröstelndes Schaudern läuft mir den Rücken hinunter. Ich gehe weiter. Nach einer weiteren halben Stunde erkenne ich in einigen Metern Entfernung (weiter leuchtet mein Lämpchen nicht) eine schwarze Wand. „Scheiße“, rutscht es mir aus meinem losen Mundwerk und geistig hänge ich noch einige weit schlimmere Schimpfworte an. „Den ganzen Weg umsonst“. Doch als ich mir der vermeintlichen Wand nähere, sehe ich dass es keine Wand ist, sondern einfach eine Öffnung. Der Gang öffnet sich in einen größeren Raum. Auch nach unten, denn auch der Boden das Ganges weicht gnadenloser Schwärze. Vorsichtig krieche ich näher an das Gangende und leuchte herum. Etwas unsicher schiebe ich mich noch einige weitere Zentimeter nach vor, so dass ich nach unten sehen kann. Ich sehe nur eine vertikale Felswand, auf der sich das Licht der Flamme verliert. [Bild 1] Ich kann nicht abschätzen wie tief die Wand hinunter-, oder wie weit sie nach links oder rechts oder auch nach oben geht. Ich schmeisse ein kleines Steinchen in die Tiefe, höre keinen Aufprall. Ich brülle kurz in das Nichts und höre ebensowenig kein Echo. (Man muss sich das so vorstellen wie wenn sich ein winziger Wurm durch einen Apfel frisst und plötzlich (am Äquator des Apfels) durch die Schale stößt und den gewaltigen Raum nicht begreifen kann (und will)) Als ich meinen verwunderten Blick nochmals über die Felswand leiten lasse, fällt mir auf dass sich gerade nach unten Metallsprossen befinden. Sie befinden sich jeweils in einer Versenkung, so dass man sie kaum sieht. Da ich keine Lust habe, den Gang wieder zurückzumarschieren, beginne ich mit dem Abstieg. Nach einer scheinbaren Ewigkeit spüre ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Jedoch ist es nur eine Art „Stufe“ in der Steilwand. Nach einem halben Meter geht sie weiter steil hinunter (jedoch ohne Sprossen, wie ich feststelle). Wenn ich nicht zurück will, muss ich mich entscheiden, auf welcher Seite der fürs erste mal endlos scheinenden Stufe ich weitergehen will. Kurioserweise steckt am Rand der Stufe ein Holzschild auf einem ebenso hölzernen Pflock, auf dem mit schwarzer Farbe „THIS WAY“ gepinselt ist. Darunter ist ein Pfeil, der unmissverständlich nach links zeigt (Links, wenn man vom Leerraum in Richtung der Wand blickt). [Bild 2] Ich grinse kurz und gehe nach rechts. Irgendwann mache ich eine Pause, esse etwas Brot und ein wenig zähes Pökelfleisch und trinke außerdem ein paar Schluck von diesem komisch mehlig-bittere Bier, das mir dieses seltsame alte Muttchen oben in Greymore eingepackt hat. Nach einiger Zeit endet die „Stufe“ an einer Tür. So klein die Tür auch ist, so dick scheint sie auch zu sein. Sie wirkt außerdem uralt, vor lauter Eisenbeschlägen, Nägeln, Nieten und Flicken sieht man das knorrige Ursprungsholz kaum mehr. Die Tür ist mit einer Kette und einem seltsam anmutenden Vorhängeschluss, in dem ich nicht mal die Öffnung für einen Schlüssel erkennen kann, verschlossen. Ich hab die Fatzen dicke (sagt man das so?) und ziehe mein Schwert. Jaaa, das Schwert, von dem hab ich euch noch gar nicht erzählt. Das ist ein tolles Ding. Um es kurz zu machen: Es ist recht zierlich und nicht besonders dick und schwer. Doch führt man damit einen Schlag aus, scheint es seine Masse auf gar wundersame Weise zu verfielfachen, so dass der Schlag mit unglaublicher Wucht auf dem Ziel landet. Gar praktisch ist auch, dass es aus einem seltsamen, unzerstörbaren Material besteht, das sich weder biegt, noch bricht und schon gar nicht stumpf wird (Zwar weiss ich nicht sicher dass es unzerstörbar ist, jedoch hab ich vor einigen Jahren mit meinem damaligen besten Freund Patrick, als ich das Schwert gefunden habe, aller nur erdenkliche versucht um ihm Schaden zuzufügen – vergeblich). Das beste ist, dass an seinem Griffstück ein Stück Schnur ist. Wenn man daran zieht, wird die Schnur langsam und gleichmäßig wieder eingezogen und eine schnulzige Klimper-Melodie ertönt, welche nach einer knappen Minute mit einem furchtbar kitschigen Schlussakkord endet. Ich ziehe also besagtes Schwer und zerschlage mühelos das Schloss. Voller Elan gebe ich der Tür einen Tritt, um dann ein wenig beschämt festzustellen dass der Konstrukteur der Tür wohl vorgesehen hat, dass sie sich nach außen öffnet. Ich ziehe die Tür also auf. Sie ist entweder sehr schwer oder die Scharniere in einem sehr schlechten Zustand, wahrscheinlich von beidem etwas. Sobald die Türe einen Spalt offen ist, schallt mir laute Musik und das Lachen und Plappern von Leuten aus dem dahinterliegenden Raum entgegen. Doch wenige Sekunden später – ich habe die Tür inzwischen ganz aufgezogen – verstummen all diese Geräusche aprupt. Meine anfängliche Erleichterung wandelt sich in Erschrecken, als ich feststelle dass ich in einen großen, knallbunt ausgeleuchteten und dekorierten Raum trete, in dem mich rund 40 Leute bewegungslos anstarren, die Sekunden zuvor noch die fröhlichste und lustigste Party geschmissen hatten, wie ich sie mir nur vorstellen konnte. Es gab nichts was die betretene Stille unterbrach. Die Menschen atmeten und bewegten sich z. T. minimal, taten aber grundsätzlich nichts anderes als bestmöglichst zu verharren und mich anzustarren. Da ich das nicht besonders einladend fand durchschritt ich den Raum relativ zügig, zerschlug das Schloss einer weiteren Tür am anderen End, ging durch diese durch und zog sie wieder hinter mir zu. Gedämpft konnte ich nun wieder die Musik, das Gelächter und das Plaudern hören. Absolut verdattert blieb ich einige Zeit stehen und sammelte mich. Die Leute in dem Raum, das war ein total bunter Haufen. Viele waren sehr seltsam gekleidet, ich hatte das noch nie gesehen. Wirkte irgendwie nobel und elegant, ganz anders als wie das ausgelassene Verhalten annehmen hätte lassen. Ein paar Gestalten waren recht seltsam, manche sehr groß und breit, andere winzig, manche maskiert, andere erinnerten mehr an Tiere. Nun, wie dem auch sei; ich räusperte mich verlegen und marschierte weiter. Zuerst nahm ich aber noch einige Schluck von dem mehligen Bier (nicht ohne mit einem Hauch von Ekel zu bemerken, dass im letzten Schluck einige pelzige Stückchen befunden hatten). In diesem Gang – auch wieder nur so breit und hoch dass ein Mensch gerade gut durchpasste (auch mit Gegenverkehr) und in einfallslosen, langweiligen und feuchten Fels gehauen – fielen mir nun öfter diese grünen Würmer auf. Da ich ihre menschlichen Gesichter aber irgendwie unheimlich fand versuchte ich sie möglichst nicht anzusehen. Ich musste aber feststellen, dass diese Exemplare aber wesentlich gelassener auf die Flamme meiner Lampe reagierten. Ich will von jedem ne Mail der das gelesen hat! :) Und Fortsetzungen kann man mir auch gleich schicken. :) Die Bilder hab ich nach dem Schreiben der Story mit dem Grafiktablett im Photoshop gemacht. Ein recht interessanter Stil, finde ich, so andauernd zwischen dem weissen und schwarzen Farbtöpfchen hin- und herzuschalten. Nun gut, dann geh ich jetzt Süßigkeiten essen. Heute haben wir nämlich wieder welche gekauft. Vor allem die Schoko-Leibnitz und die Granola hatten wir schon viel zu lange nicht mehr. Und auch den großen Becher Müller-Schoko-Mousse haben wir gekauft. Und auch schon aufgegessen. Aber nur weil Tsuki brav 30 Liegestütze gemacht hat. Und ich 60. Wir haben uns nen Deal überlegt: Ich muss jeden Tag mindestens doppelt so viele machen wie sie, und sie immer mindestens halb sie viele wie ich. D. h. man kann sich gegenseitig zu gesunder (...) körperlicher Betätigung zwingen, äh, motivieren. Heut hab ich eine unserer Hausspinnen wieder mit kleinen bösen Fliegchen gefüttert. Ist schon lustig, z. T. checkt sie es gar nicht dass ich ihr was ins Netz gegeben hab, und ein ander Mal hat sie's voll im Griff und schnappt sich das zappelnde Scheusal schneller als wie ein Lämmchen mit dem Schwanz wackeln kann. (Wer weiss woher ich das Lämmchen-Dings zitiert habe? Aus welchem Film?) [smi]
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