grafisches Design-Element
Webseite von Paul Schmidinger
www.eigelb.at

Roggspitze (August 2009)

Frühmorgens fuhren wir eine Stunde nach Zürs, von wo aus wir zum Fuß der Roggspitze aufstiegen, um die neulich erst gelernten Alpintechniken etwas zu üben. Laut Beschreibung des Kletterführers hat die "Südpfeiler" genannte Route knapp 10 Seillängen im einfachen dritten Grad. Verlaufen haben wir uns dann gleich schon zu Beginn am ausgeschilderten Wanderweg und mussten über steile Grasschrofen "abkürzen". Als Entschädigung gab es Kröten und Alpensalamander zu sehen. Die Murmeltiere (u. a. Mutti samt Jungtier) gab es gratis dazu.
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Bildzeile darüber, letztes Bild: Die nahe gelegene Valluga, auf der man übrigens das Wetterradar erkennen kann, das den Vorarlbergern sagt, wie das Wetter gerade ist (wenn man nicht aus dem Fenster schauen will). Bildzeile darunter, erstes Bild: Hier sieht man die Tsuki am Einstieg. Die Wand sah ganz schön imposant aus. Man konnte von unten 2 Haken erkennen, somit waren wir sicher, den Einstieg gefunden zu haben. Nächstes Bild: Reihenschaltung am Stand mit doppeltem Bulin, wie aus dem Lehrbuch. :) Selbstsicherung mit Mastwurf, Reverso selbstblockierend zum Nachsichern, alle Karabiner zugeschraubt. Passt, oddr? :)
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Die ersten beiden Seillängen waren im letzten Drittel eine Tortur. Einen Schritt machen. Mit aller Kraft und beiden Händen einen Meter Seil nachziehen. Einen Meter Klettern. Seil nachziehen. Fluchen. Und so weiter. Später gings dann besser und die Stimmung besserte sich zusehends. Irgendwann krachte es, und uns fiel ein Rudel Gemsen (oder sowas) auf, das auseinanderstieb -- bis auf eine, die fiel tot um. Jägersleut @ work!
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Irgendwann brauste ein Segelflieger mit waghalsigem Manöver knapp an der Valluga vorbei und ließ uns beim Klettern gebannt innehalten. Nachdem wir die Fassung wieder erlangt hatten, kamen nun einige nette Seillängen, teilweise sehr ausgesetzt, so richtiges Kapf-Kessi-Feeling, aber klettertechnisch recht harmlos -- eine schöne Kombination! Siehe Bildzeile darüber, drittes Bild: Da sieht man mich links in der Wand kraxeln, damit mir das ja niemand übersieht! Als wir dann am Gipfel ankamen, hüllte sich dieser sogleich in Wolken, welche uns fortan begleiten würden.
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Bildzeile darüber, erstes Bild: Hier sieht man den gesamten Arlberg-Klettersteig sehr gut, der immer dem Grat entlang führt. Man startet ganz rechts im Bild und arbeitet sich bis links zur höchsten Erhebung, der Weißschrofenspitze vor. Dann ging es an den Abstieg. Zuerst wollten wir uns auf dem gleichen Weg wieder abseilen, denn das "Großgepäck" lag unten beim Einstieg. Nach der ersten Seillänge, bei der es durch das Nachziehen des Seils unguten Steinschlag gab, schafften wir es aber selbst mit vereinten Kräften nicht, das Seil abzuziehen. Die Laune verschlechterte sich. Da im Führer ohnehin ein anderer Weg für den Abstieg empfohlen war, stiegen wir mit Prusik-Sicherung wieder auf den Gipfel auf. Die Stimmung verschlechterte sich weiter, als wir mit der Führer-Beschreibung nicht viel anfangen konnten, und auf der Karte keine hilfreichen Details zu erkennen waren. Die Sicht war nach wie vor schlecht. An irgendeinem Haken seilten wir dann mal einfach mehr oder weniger wahllos Richtung Norden (wo der Abstieg sein sollte) ab, dabei gings munter über einen netten Überhang. Davor mussten wir jedoch ewig mit verheddertem Seil kämpfen, was ziemlich an den Nerven zehrte, da wir uns schon ernsthaft Sorgen machten, den Abstieg heil und rechtzeitig vor der Dämmerung hinter uns zu bringen. Das Seil ließ sich mit Müh' und Not abziehen. Das Gelände war noch immer ungut, deshalb wurde eine Bandschlinge mit Bandschlingenknoten (mittlerweile auch gern Todesknoten genannt) um ein dubioses Köpfl gelegt und nochmal 60m abgeseilt. Seil ließ sich abziehen, wurde aufgeschossen, verräumt. Nun mussten wir auf die Westseite gelangen, um auf den "Bosch-Weg" zu stoßen. So querten wir eine grausige "Schlucht" und mussten einige Kletterstellen meistern, die ausgesprochen ungut und mit Gestein niedrigster Güteklasse versehen waren. Doch schließlich kamen wir in leichteres Gelände, wir erkannten die eine oder andere Fußspur, fanden ein Fernglas am Boden, und ich konnte schließlich durch den Nebel einen Pfad erahnen. Ich befürchtete schon einen Tierpfad, der vielleicht gleich wieder endete, doch zu unserer großen Erleichterung führte er uns wie erhofft hinunter auf den Bosch-Weg. Tsuki wartete hier, und ich nahm dem Weg nach Süden, nochmal das steile Stück hinauf zum Einstieg, Großgepäck packen, Stirnlampe rauskramen, Bergschuhe anziehen (ja, bisher alles in Kletterpatschen!), endlich Trinken, und zurück zur Tsuki. Es war überstanden. Naja, noch nicht ganz. Der Rückweg war einfach, doch er zog sich wie so oft ewig hin. Es dunkelte, und wir begegneten einer Herde Steinböcke. Sage und schreibe 25 Stück! Als es richtig dunkel war, waren wir schon auf Asphalt angekommen, und die Stirnlampe blieb ausgeschaltet. Gegen 22.00 Uhr kamen wir beim Auto an und die Odyssee hatte ein Ende gefunden. Fazit: Das Klettern war schön, aber es ist erschreckend, in was für Schwierigkeiten man trotz Kartenmaterial und Führerliteratur kommen kann. Auf dass es uns eine Lehre sei...
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail
zurück


grafisches Design-Element
grafisches Design-Element