grafisches Design-Element
Webseite von Paul Schmidinger
www.eigelb.at

Day 7: Etna III

The following text is in German. I wrote it first, forgot about it later and continued to write in English. Anyway, the photos should speak for themselves...

Am Tag vor der Abreise klappte es dann doch noch: Wir brachen am Nachmittag zu dritt auf um zu einem aktiven Lavastrom am Ätna zu gelangen. Bei Etna Sud bestiegen wir einen Geländebus und ließen uns mit viel Schaukeln hochkarren. Oben angekommen, ging es zu Fuß über zunehmend ruppiges Gelände weiter, stets umtost von irrsinnigem Wind.

Wir stapften über erkaltete Lavabrocken früherer Ströme, und in einiger Entfernung fielen bald Bereiche auf, über denen die Luft flirrte. Und dann ließ sich auf einmal eine langsame Bewegung in der schwarzen Geröllwüste ausmachen: Ein Streifen der schwarzen Brocken bewegte sich langsam und gleichmäßig -- ein Lavastrom!

Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Die Hitze nahm zu, und bald standen wir vor einem rotglühenden Lavastrom, der sich würdevoll und ohne Eile mit gelegentlichem Knacken talwärts schob. Ich legte die Wanderstöcke auf den Boden und knipste das Schauspiel begeistert. Als ich die Wanderstöcke wieder aufhob, stellte ich fest dass der Gummi teilweise angeschmolzen war. Uuuups! Ein Stück Papier, das Andrea in eine Spalte abseits des Stroms in eine Spalte warf, entzündete sich in knapp einem Meter Tiefe von selbst. Da der Wind die heiße Luft direkt zu uns blies, stiegen wir auf um auf die andere Seite des Stroms zu kommen. So gelangten wir zur "Quelle": Mitten aus dem "Boden" schob sich gemächlich und gleichmäßig ein leuchtend roter Strom Lava. Unpackbar!

Dann verwirklichte ich mir meinen "Kindheitstraum" und stocherte mit einem Wanderstock in der Lava herum. Die Lava gab kaum nach, man musste ziemlich fest drücken. Bei jedem Stochern züngelten einige gelbe Flammen hoch. Da ich nur jeweils ganz kurz stocherte, überlebte der Wanderstock die Tortur an der ca. 1000°C heißen Pampe sogar und nur der Kunststoffteil war oberflächlich leicht angeschmolzen.

Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Kurzzeitig konnte man, ohne durch den Sucher zu blicken, Fotos aus einem drittel Meter Entfernung machen, bis die Hitze unerträglich wurde. Als wir einen Brocken auf den Strom warfen, sank dieser zu meinem Erstaunen nicht etwa ein, sondern prallte ab und blieb oben liegen (drübere Bildzeile, 2. Bild). Obwohl die Lava fließt und sich "biegt", ist sie sehr hart. Manchmal bildeten sich dicke Gasblasen, die mir gar nicht sympathisch waren, da ich das Gefühl hatte sie würden jeden Moment zerplatzen und Lava umherspritzen (drübere Bildzeile, 1. Bild).

Nach viel Staunen und Knipsen machten wir uns an den Rückweg. Bei der Querung eines Schneefeldes hörte ich auf einmal einen Ausruf von Tsuki und ich drehte mich um: Nur Tsuki’s Kopf ragte aus dem Schnee, es sah irgendwie komisch aus. Sie war in einen Hohlraum eingebrochen, der wohl durch irgendeine vulkanische Restwärme heimtückisch von unten in den Schnee geschmolzen worden war. Durchgebrochen ist sie durch eine weniger als 10cm dicke Schicht, und gefallen ist sie rund 1,5m. Da war wohl Glück dabei dass sie nur mit dem Schrecken davon gekommen ist. Dieselbe Stelle wurde unmittelbar davor von 2 schwereren Leuten ohne Einsturz überquert. Sachen gibt’s...

Thumbnail So sehe ich aus wenn ich glücklich bin (alle paar Jahre mal)
Alles in allem ein unglaubliches Erlebnis, das mich mit seiner ruhigen, gleichmäßigen Natur noch mehr fasziniert hat als die spontanen, aggressiven Lavafontänen des Stromboli.
back


grafisches Design-Element
grafisches Design-Element