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Der hässlichste Ort Vorarlbergs

Erlebt: 25. 4. 2009 Online seit: 30. 4. 2009 Gestern lernte ich die hässlichste Stelle Vorarlbergs kennen. Gemeint ist das "Köpfle" beim Klettergarten "Hängender Stein" in Nüziders (oder auch Nenzing, ich verwechsel das immer, jedenfalls gleich bei Bludenz). Das Ding sieht vom Parkplatz schon furchtbar aus, aber als ich dann beim mittleren Stand des Normalwegs stand, kam mir einfach nur das Kalte Grausen bei dem Gedanken, da auch nur wenige Meter weiterzukraxeln. Wenn ich die Ansichten dieses Felssporns aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu einem räumlichen Konstrukt verschmelze, erhalte ich den Eindruck dass es erstens vollkommen krass überhängend ist, zum zweiten unten unheimlich schmal und zerbrechlich, und zum dritten elendiglich hoch. Normal spricht man ja vom Kampf zwischen Radio und Emotio, die eine sagt "passt scho" und die andere sagt "mach schon", aber gestern war es so: Ratio 1: Sieht absolut sch**** aus, physikalisch unmöglich, mach dass Du runterkommst Ratio 2: Wurscht, das Ding steht schon ewig, hat Stürme erlaubt, und Leute die doppelt so viel wiegen wie Du Emotio: (sagt nichts, weint nur leise vor sich hin) Tja. Schlussendlich hat dann Hanno den Vorstieg gewagt, klettertechnisch wäre ja alles sowieso idiotensicher, nur dritter Grad, und kam dann fast bis ans Köpfle, bis er er den Anblick dann nicht mehr aushielt und zurückgekrochen kam. Er machte mir nicht mal das Angebot, mich für den Nachstieg zu sichern, worüber ich froh war, da ich ohnehin abgelehnt hätte.
Thumbnail Leicht lachen...
...hat man nach dem läppischen 2 Seillängen der Efeu-Route im 3. Grad. Würde man meinen. Das Lachen hielt sich aber auf Grund der Absicherungen, die uns zweifelhaft vorkamen, in Grenzen. (Morsches Seil um mäßig vertrauensereckende Sanduhr, davor und danach lang keine Sicherungen...)
Thumbnail Der Versuch...
...eines lässigen Grußes durch Antippen des Helmes. Doch mit dem Helm sieht einfach nichts lässig aus. Außer wenn ein Steinschlag davon abprallt. Und das ist ja auch was, irgendwie.
Thumbnail Am Stand unterhalb des Ziels...
...sah es ungefähr so furchtbar aus. Von den drei oben genannten Undingen fällt aus dieser Warte vor allem die scheinbare Zerbrechlichkeit auf. Ja, diese Säule links im Bild ist die Felsnadel, auf der dann das Köpfle thront. 2 Bilder weiter sieht man sie nochmal. Es ging noch ordentlich rauf, die Fotos taugen eh alle nix zum sowas einschätzen.
Thumbnail Thumbnail Thumbnail
Thumbnail Blick von der Spitze...
...zu Leuten deren Sorgen wir klettertechnisch gerne hätten. Die meisterten problemlos Wände in abstrusen Graden, während wir an unserem 3er rumweinten.
Thumbnail Köpfle aus Parplatz-Sicht
Ich habe mich hier sehr bemüht, die Kamera gerade zu halten. So schief ist das Ding also tatsächlich. Andererseits könnte man meinen dass man rechterhand bequem ohne Handeinsatz hochlaufen könnte. Doch ganz so einfach ist's leider doch nicht.
Thumbnail Noch ne Ansicht (ja, das selbe Köpfle!)
Wieder daheim angekommen, kommt natürlich der Übermut wieder und man fragt sich was mit einem los war und man hätte am liebsten Lust gleich wieder hinzufahren und diesmal vollzählig bis an die Spitze zu kommen.
Nun ja. Ich bin gespannt ob ich's psychisch irgendwann mal hochschaffe. Es hat sich höhenangstmäßig eh schon einiges gebessert in den letzten Jahren, auch wenn es selbst in der Halle beim Top-Rope auch schon mal peinliche Rückfälle gibt... Fotos: Hanno und ich
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