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Zitterklapfen (8. 7. 2007)

Vorgeschichte: Das Ziel "Zitterklapfen" entwickelte sich diese Saison vermehrt zum "Heiligen Gral" unseres Wandertums: Von verschiedenen Quellen wurden Information zur Schwierigkeit der Tour eingeholt, und lange wurde übelegt ob die Tour mit ihren gut 1.600 Höhenmetern an einem Tag packbar wäre oder ob eine Nächtigung in der Bergkristallhütte angemessen wäre. Die letzten Wochen wurde aufmerksam der Wetterbericht verfolgt, und endlich war der Bericht für den folgenden Samstag eindeutig gut und die Tour wurde beschlossen. Die Rekrutierung zusätzlicher Truppen für die Mission war wie erwartet ein Fehlschlag, wir waren also nur zu Zweit. Am Samstag morgen regnete es dann. Wir ignorierten den Regen erstmal, in der Hoffnung er würde dann von selbst aufhören. Wir packten, fuhren los und parkten im Zentrum von Au, nachdem wir vergeblich nach einer Möglichkeit gesucht hatten, noch um ein paar Höhenmeter zu "bescheissen" und eine legal befahrbare aufwärts-führende Straße zu finden. Der Regen indes, von userer Ignoranz völlig unbeeindruckt, tröpfelte munter weiter. Wir beschlossen also die Sache auszusitzen und verschanzten uns im erstbesten Cafe. Dort wurden wir auch gleich mit der Frage begrüßt, an welchem Tisch wir denn gestern gesessen wären. Trotz dieser kommunikativer Probleme mit den Einheimischen schafften wir es, uns heiße Schokolade mit Schlagsahne und Extra-Zucker zu organisieren, und beobachtet während des genüsslichen Konsums derselben aufmerksam das Wettergeschehen hinter der Zweischeibenverglasung. Als schließlich festgestellt werden musste dass der Regen nicht nachließ, und der Heimweg in Ermangelung von Stirnlampen (die ja sonst immer dabei sind) doch noch bei Tageslicht erfolgen sollte, wurde trotz allem beschlossen einmal loszumarschieren. Die unlängst erworbenen Regenjacken taten uns dabei gute Dienste, sie bewahrten uns allerdings weder vor meiner miesen Laune, noch vor der Flüssigkeit die der Körper bei Anstrengung bekanntlich selbst produziert.
Thumbnail Anfang des Tals
Eine Wiese wurde gequert und der Einmarsch in das Tal des Dürrenbachs begann. Vor dem Passieren der Bergkristallhütte verabschiedete sich dann zu unserer Erleichterung der Regen, und irgendwann kamen wir am Anfang des Tals (siehe Foto) an, wo der Weiterweg mit kopulierenden Rindviechern blockiert war.
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Wieder wurden beschlossen, die Sache auszusitzen, und die Zeit wurde sinnvoll in die Erzeugung verschiedener Makro-Fotos investiert. Die Kühe gaben die Straßensperre dann irgendwann auf und wir konnten den Einmarsch fortsetzen.
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An der letzten Wegkreuzung erschien dann das Einlegen einer ersten Rast als angemessen. Wir lösten uns mit dem Verzehr der mitgebrachten Lebensmittel und der Fotografie der umliegenden regennassen Flora ab. Allerhand romantische Wasserfälle stiegen von den allgegenwärtigen Felswänden herab um sich am Talbeginn zu vereinigen und den sogenannten Dürrenbach zu bilden.
Thumbnail Amadeus in Vorarlberg
Noch allgegenwärtig: Die Mitbringsel unseres Salzburg-Einsatzes. Woher der Mozart-Plastiksack genau kommt weiß ich nicht mehr genau, aber der Kremser Senf (süß-mild) kommt aus einem Salzburger Supermarkt und passt ausgesprochen gut zu einem Kornspitz der reichhaltig mit feinem Neuburger belegt ist.
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Weitere Impressionen unseres Umfelds, als die wirbelnden Nebel- und Wolkenfetzen immer öfter mal den einen oder anderen Strahl scheuen Sonnenlichts unbehelligt passieren ließen.
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Dann begann der Aufstieg über einen ordentlich schmalen Weg, so wie es sich gehört. Nebel war unser ständiger Begleiter, und die untere Hosenhälfte war vollkommen durchnässt, da sich die putzigen Tröpfchen, die sich auf den gezeigten Fotos gerade noch so niedlich präsentierten hatten, beim Vorbeigehen auf ausgesprochen hinterhältige Weise auf die nichtsahnenden, äußerst saugfähigen Hosenbeine stürzten. Man kam dann schon ordentlich ins Schnaufen und so Rechte Lust zum fotografieren kam nicht auf. Selbst als wir ein Rudel Gemsen passierten, die geschickt an einer vertikalen Felswand herumpolterten, und dann noch in nächster Nähe unerschrocken unseren Weg kreuzten, blieb der Apparat im Rucksack. Und dann gings langsam ans eingemachte: Die Hände, die bis Dato lässig in den warmen Hosentaschen steckten, mussten nun nach kaltem Fels greifen und den trägen Körper stabilisieren oder gar hochziehen. Irgendwann ging es in Serpentinen über eine Geröllhalde hoch, bei der gute Trittsicherheit zur Prävention einer unanganehmen Rutschpartie von Nöten war. Zu guter letzt war der Weg dann schneegefüllt und führte gar über das eine oder andere Schneefeld (zu sehen im linken Foto oben, der Weg kommt von links-mitte her, führt über das Schneefeld ist ist dann von der Feldwand verdeckt, von der aus das Foto geschossen wurde). Das war zwar nicht lebensgefährlich, aber die Trittsicherheit im steilen Schnee war ausgesprochen trügerisch, und so machten wir uns sorgfältig Tritte in den Schnee, denen wir uns dann behutsam anvertrauten. Die kalten Hände, die sich öfter Mal im Schnee abstützten, wären dabei über Handschuhe froh gewesen. Weiter gings dann seilgesichert mit leichter Kletterei (II) in Richtung Grat.
Thumbnail Gipfel
Beim Grat angekommen folgen wir diesem einen knappen halben Kilometer, teilweise auch mit leichter Kletterei, und gelangen schlussendlich zum Gipfel. Zum verspäteten Mittagsessen gab es ein hartgekochtes Ei, Salami, Senf, ein Vintschgerle, Schoko-Leibnitz, eine Tomate, Parmesan, etwas Karotte und dergleichen mehr.
Thumbnail Hoher Ifen
Es folgt eine Bestandsaufnahme der umliegenden Bergwelt. Tsuki identifiziert knallhart den Hohen Ifen, was ich zuerst einge Zeit dementiere, bis ich aber auf dem rechten Teil des Ifens ein riesiges dunkles Loch erkannte, dessen Umgebung etwas rotgefärbt ist, und sofort darauf schloss dass es sich um das "Rote Loch" handeln musste, das ich lt. Karte im Gedächtnis genau dort platziert hätte.
Thumbnail Kanisfluh
Eine der einfacheren Identifikationen: Die Kanisfluh. In diesem Fall von der "harmlosen" Seite abgelichtet, auf der anderen ist sie ja noch deutlich schroffer. Rechts neben der Kanisfluh, am Foto nicht sichtbar, konnte der Hirschberg mit seinen vielen Höhlen vermutet werden.
Thumbnail Roter Fels
Diese liebliche Landschaft mit viel Gras und etwas rot-weißem Fels befindet sich nördlich vom Gipfel, in der Gegend der beiden "Gräshörner". Wären sicher auch mal eine Tour wert, sofern es eine Wegmöglichkeit gibt sich sich nicht (zu sehr) mit dem Zitterklapfenweg "überlappt".
Thumbnail Die Meisterin
Das ist sie: Die Meisterin der Bergidentifizierung. Hier zeigt sie voller stolz auf den bereits erwähnten Hohe Ifen. Auch das "Gadner Gschröf" (wo das "Wilde Loch" situiert ist) samt Roter Wand konnte erkannt werden. (Nicht auf diesem Foto, versteht sich)
Thumbnail Meister
Und das ist er: Der Meister des doof-dreinschauens. Zum Teil erinnere ich mich an Rowan Atkinson in "Black Adder". Ich weiß nicht recht ob mir das gefallen will. Im Gipfelbuch, zwischen mir und Kreuz zu erkennen, haben wir uns natürlich verewigt.
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Beim Abstieg bemühten wir uns dann etwas mehr, die vielen schönen felsigen Stellen zu dokumentieren. Doch als es wieder all zu schroff und seil-ig wurde, kam die Kamera wieder in den Rucksack rein, denn eine baumelnde Kamera, die eine Hand benötigt damit sie nicht gegen den Fels baumelt wäre ausgesprochen gefährlich gewesen.
Thumbnail
Dokumentation unseres Weges als Panorama: Ganz links sieht man den Startpunkt, Au, in der Ferne, ganz rechts unsereins beim Abstieg.
Thumbnail Rutschpartie
Hier wieder das Schneefeld, das bereits zu sehen und auch erwähnt war, aus einer anderen Perspektive. Tsuki hatte da wohl zu wenig Respekt vor dem Schnee, welcher prompt nachgab und ihr eine Rutschpartie über einige Meter bescherte. Die Hangneigung erlaubte ihr glücklicherweise, wieder zum Stillstand zu kommen und bei einem zweiten Versuch der Schneefeldquerung dann wieder unversehrt den Weg zu erreichen.
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Und noch einige abschließende Impressionen vom leichteren Teil des Rückwegs. Der längste Teil über Forstwege mit wenig Gefälle wurde mit einem Foto-Boykott belegt, um gegen die allgegenwärtigen Autos auf Bergen zu protestieren. Konditionell ging die ganze Sache eigentlich ausgezeichnet, was uns beide etwas wunderte, und wir befanden es auch beim Rückweg für nicht notwendig, die Bergkristallhütte mit einem Besuch zu beehren.
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